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Jeder Klick im Netz kostet Energie

Teil 2: Ökobilanz digitaler Angebote wird unterschätzt

Nachhaltigkeit und Umweltschutz geht uns alle an und jeder kann seinen Beitrag dazu leisten. Als Verlag sind auch wir uns unserer Verantwortung bewusst. Daher informiert Sie Ihr LokalAnzeiger im Rahmen einer Artikelserie über Mythen und Fakten rund um die Nachhaltigkeit von kostenlosen Wochenzeitungen und Papierprodukten im Allgemeinen.

Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren das Leben der Menschen verändert. Sie ermöglicht zeit- sowie ortsunabhängige Kommunikation und eine weltweite Vernetzung. Das Internet verspricht ständige Verfügbarkeit von Informationen aller Art. Eine Gesellschaft, die ganz auf digitale Technik setzt, birgt jedoch die Gefahr, Bevölkerungsgruppen auszuschließen. Insbesondere ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen sowie Menschen in ländlichen Gebieten oder mit geringem Einkommen haben nicht immer Zugang oder finden sich teilweise im Netz nicht zurecht.

In der aktuellen Nachhaltigkeitsdebatte werden digitale Angebote häufig als umweltschonender als gedruckte Produkte dargestellt. Dabei haben sie einen oft unterschätzten ökologischen Fußabdruck. Eine Untersuchung der Universität von Lancaster aus dem Jahre 2021 hat ergeben, dass der Gesamtfußabdruck digitaler Technologien mit zwei bis drei Prozent der weltweiten Kohlenstoffemissionen gleichauf mit dem internationalen Luftverkehr liegt. The Shift Project, ein französisches Forschungs- und Entwicklungszentrum, rechnet bis 2025 mit mehr als einer Verdopplung dieser Zahlen, insbesondere durch den steigenden Einsatz von künstlicher Intelligenz. Bereits für die Herstellung der benötigten Hardware werden wertvolle Bodenschätze wie Seltene Erden benötigt. Die dafür eingesetzten Rohstoffe sind nicht nur endlich und nicht erneuerbar, sondern auch schwer zu recyceln. Nach Angaben der Europäischen Kommission liegt die Recyclingrate von Elektroschrott in Deutschland bei rund 39 Prozent. Demgegenüber steht bei Papier eine Recyclingquote von 79 Prozent.

Gerade für mobiles Surfen und Streamen wird eine große Menge Energie benötigt. Bei durchschnittlicher Nutzung digitaler Endgeräte setzt das Öko-Institut pro Person in Deutschland einen Ausstoß von 739 Kilogramm Kohlendioxid fest. Dies entspricht etwa sieben Prozent am gesamten Kohlendioxid-Fußabdruck eines Menschen. Alle Druckerzeugnisse zusammen machen dem Bundesverband Druck und Medien zufolge hingegen weniger als ein Prozent des Kohlendioxid-Fußabdrucks einer durchschnittlichen Person in Deutschland aus.

Wissenschaftliche Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts und des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung zeigen, dass digitale Presseerzeugnisse in Bezug auf ihre Ökobilanz nicht per se den gedruckten Erzeugnissen vorzuziehen sind. Insbesondere das individuelle Nutzungsverhalten sowie die genutzte Hardware und die Herkunft des bedruckten Papiers sind zu berücksichtigen. Bei digitalen Alternativen kommt es daher insbesondere auf die individuelle Nutzung an. Ein bewusster und schonender Umgang mit jeglichen Ressourcen ist elementar zum Schutz der Umwelt, zu dem jeder seinen Beitrag leisten kann.-red-

Westerwald-Rundschau AW vom Samstag, 12. November 2022, Seite 7 (92 Views)

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