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„Ich habe dich bei deinem Namen gerufen“

Von Joachim Naurath, ev. Pfarrer

Meinen Vornamen habe ich mir nicht ausgesucht, aber ich mag ihn. Er begleitet mich mein Leben lang. Name und Person gehören eng zusammen. Nicht wenige haben eine besondere Geschichte in der Beziehung zu ihrem Namen: Manche fremdeln mit ihm oder verwenden ihn nur in offiziellen Angelegenheiten, manche haben von klein auf einen Spitznamen, über den sie sich freuen oder den sie am liebsten ein für alle Mal los werden würden. Andere sind stolz auf ihren Namen, haben ihr Kürzel auf dem Nummernschild ihres Autos oder zeigen wie manche Brummifahrer in ihrem Cockpit den ganzen Vornamen an.

Der kommende Sonntag hat im evangelischen Kirchenjahr zwei Namen: Totensonntag und Ewigkeitssonntag. Beide Namen beschreiben den Charakter dieses Tages. Er ist ein Gedenktag für die Verstorbenen der letzten zwölf Monate, des zu Ende gehenden Kirchenjahres. Die Namen der Toten werden verlesen, Kerzen werden entzündet, Gebet und Andacht tragen die gottesdienstliche Feier. Die Erinnerung und der Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen kommen ebenso zur Sprache wie die Hoffnung, dass unsere Toten bei Gott geborgen und aufgehoben sind.

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ Dieser Vers aus dem Buch des Propheten Jesaja (43,1) beschreibt die Verbindung Gottes mit seinem Volk. Er ist auch ein beliebter Vers für Tauf- oder Konfirmationssprüche. Aller Sorgen, aller Endlichkeit und allem Leid zum Trotz bietet mir diese Zusage Zuflucht zu Gott. Für ihn und bei ihm bin ich kein anonymes Wesen. Einzigartig und einmalig ist jede Person, von Gott geschaffen und geliebt. Und wenn der Tod die Beziehungen trennt und die Hinterbliebenen auf die Erinnerungen zurückgeworfen werden, wollen wir Gott bei seinem Wort nehmen und unser Vertrauen auf den Ewigen setzen: „Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind“ (Lk 10,20).

Rhein-Lahn AW vom Samstag, 21. November 2020, Seite 2 (9 Views)

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